Konvena Dokumentenrecherche grau Dokumentenrecherche

Wort Bedeutung
Dokument {Substantiv, Neutrum} (EDV) strukturierte, als Einheit erstellte und gespeicherte Menge von Daten; [Text]datei
Recherche {Substantiv, feminin} Untersuchung, bei der etwas zergliedert, ein Ganzes in seine Bestandteile zerlegt wird

Einordnung & Anwendung

Während Interviews und Fragebögen oft den Kern der Datenerhebung ausmachen, bildet die Dokumentenrecherche eine sinnvolle und auch notwendige Ergänzung. Diese Dokumente liefern wertvolle Informationen, um die Evaluationsergebnisse aus einer vergleichenden Perspektive betrachten und in einen größeren Kontext einordnen zu können.

Beispiel: Sie sind Vorsitzende eines örtlichen Fördervereins, der sich der Finanzierung und Organisation kultureller Veranstaltungen für ältere Menschen verschrieben hat. Sie möchten unter anderem wissen, welchen Umfang das Engagement Ihrer Vereinsmitglieder hat und wie zufrieden diese mit Ihrer Arbeit für den Verein sind. Darüber hinaus möchten Sie wissen, wie Sie weitere Vereinsmitglieder gewinnen können.

Ein Teil der Evaluation kann nun darin bestehen, folgende Dokumentenrecherchen durchzuführen:

  • Literatur über Vereinstätigkeiten in Deutschland, bzw. in Ihrem Bundesland und Ihrer Gemeinde
  • Daten über Freiwilligenengagement in Deutschland, bzw. in Ihrem Bundesland
  • Homepages und weitere Informationen zu ähnlichen Fördervereinen

Eine Quelle für Rahmendaten zur Evaluation ist das Projekt „Zivilgesellschaft in Zahlen“ der Bertelsmann-Stiftung. Deren Erhebung „ZiviZ-Survey 2016“ ist eine repräsentative Befragung von Vereinen, Stiftungen, gemeinnützigen GmbHs und Genossenschaften in Deutschland.

In einem zweiten Schritt werden diese Dokumente einer Analyse mit Fokus auf die Ziele der Evaluation unterzogen. Diese Ergebnisse finden Eingang in die Evaluation.

Öffentliche, nicht-öffentliche und Graue Literatur

Die Quellen dieser Dokumente sind vielfältig und werden angepasst an das Ziel der Evaluation ausgewählt. Üblicherweise wird zwischen öffentlichen und nicht-öffentlichen Informationen unterschieden. Nicht-öffentliche Informationen sind z. B. Gespräche, Akten, Protokolle oder Urkunden. Sie sind meist nicht in einem öffentlich zugänglichen Verzeichnis dokumentiert. Sie werden im Rahmen von Evaluationen auch eher selten gebraucht.

Öffentliche Informationen sind, wie der Name sagt, öffentlich zugänglich. Meist ist der Zugang über Online-Datenbanken gewährleistet und die Dokumente sind über internationale Standardnummern (ISBN, Doi) erfasst. Für die Recherche bieten sich die gängigen Datenbanken für wissenschaftliche Publikationen (WebofKnowledge, PubMed etc.) an. Dementsprechend effizient lassen sich die relevanten Dokumente erfassen.

Eine dritte Kategorie umfasst die sogenannte Graue Literatur. Dies sind Publikationen, welche keine Standardnummern aufweisen, aber öffentlich zugänglich sind. Diese Kategorie weist eine große Bandbreite an Dokumenttypen auf, von Vereinspublikationen, über Zeitungsartikel und Internetseiten bis hin zu Daten und Statistiken (z. B. Destatis, Data.OECD etc.). Graue Literatur ist eine umfangreiche Quelle für relevante Dokumente. Allerdings ist gerade in diesem Bereich eine sorgfältige Recherche nötig, da sich neben seriösen Quellen auch viele Falschinformationen tummeln.

Quelle:

Bertelsmann Stiftung (2017): ZiviZ-Survey 2016 gestartet!; https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/zivilgesellschaft-in-zahlen/projektnachrichten/ziviz-survey-2016-gestartet/, abgerufen am 21.04.2017.

Duden Online; www.duden.de, abgerufen am 15.05.2018 (Begriffsdefinition).

Autorinnen: Nadine Meidert & Kerstin Nebel